Rede zur Lage der Union
Von der Leyen: "Europa ist im Kampf"
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrer Ansprache zur "Lage der Union" (State of the Union) am 10. September 2025. © European Union 2025 - Source EP
Vor den gut gefüllten Rängen des Plenarsaals im Straßburger Parlament lies Ursula von der Leyen kein Thema in ihrer über einstündigen Rede aus, das nicht geeignet wäre Europa als krisenfest, zukunftsgewandt und global verantwortungsbereit darzustellen.
Es war eine Rede, die aufrütteln sollte und zu Einigkeit aufrief. Sie setzte außen- und sicherheitspolitisch klare Akzente mit der Betonung der europäischen Verteidigungsfähigkeit, der vehementen Unterstützung der Ukraine und Abwehr Russlands – aber auch der klaren Positionierung für humanitäre Standards im Gaza-Krieg. „Europa befindet sich im Kampf“, begann von der Leyen ihre Ansprache, und was folgte, war ein Aufruf an die Europäer, für „unsere Zukunft zu kämpfen“.
Mit ihrer Rede “zur Lage der Union” versuchte die Kommissionspräsidentin alle demokratischen Kräfte links und rechts von der Mitte zu überzeugen. Dennoch sparten die Fraktionsvorsitzenden der Plattform-Parteien der Mitte nicht mit Kritik: von Mitte-Rechts an zu wenig Rückhalt für Israel und zu raschen, unrealistischen Klimazielen auf Kosten der Industrie, von der linken Mitte am US-Handelsvertrag und zu schwachen Maßnahmen gegen Israel wegen der Menschenrechtsverletzungen in Gaza. Auffällig war allerdings ansonsten die Abwesenheit entwicklungspolitischer Themen in von der Leyens Rede.
Es bleibt zu hoffen, dass von der Leyens europäisches Aufbruchssignal zu mehr Einigkeit und Fortschritt nicht rasch verhallt angesichts widerstreitender Interessen in Parlament und Europäischem Rat.
Einen ausführlichen Bericht des Europa-Büros der Hanns-Seidel-Stiftung in Brüssel zur jährlichen Ansprache zur "Lage der Union” lesen hier.
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