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Rede zur Lage der Union
Von der Leyen: "Europa ist im Kampf"

Autorin/Autor: Dr. Thomas Leeb
, Angela Ostlender
, Timon Ostermeier
, Annika Linck

Ursula von der Leyen hielt in Straßburg eine kämpferische Rede zur Lage der EU – und sparte kein Thema aus. Zwischen Handelsstreit mit den USA, Russlands Krieg in der Ukraine und der Spaltung Europas im Gaza-Konflikt rief sie zu Geschlossenheit, Verteidigungsbereitschaft und einem innovativen, wettbewerbsfähigen Europa auf. Ihr Appell: Die EU muss sich in einer Welt der Machtpolitik neu erfinden – oder sie verliert.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrer Ansprache zur "Lage der Union" (State of the Union) am 10. September 2025. © European Union 2025 - Source  EP

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrer Ansprache zur "Lage der Union" (State of the Union) am 10. September 2025. © European Union 2025 - Source EP

Vor den gut gefüllten Rängen des Plenarsaals im Straßburger Parlament lies Ursula von der Leyen kein Thema in ihrer über einstündigen Rede aus, das nicht geeignet wäre Europa als krisenfest, zukunftsgewandt und global verantwortungsbereit darzustellen. 

Es war eine Rede, die aufrütteln sollte und zu Einigkeit aufrief. Sie setzte außen- und sicherheitspolitisch klare Akzente mit der Betonung der europäischen Verteidigungsfähigkeit, der vehementen Unterstützung der Ukraine und Abwehr Russlands – aber auch der klaren Positionierung für humanitäre Standards im Gaza-Krieg. „Europa befindet sich im Kampf“, begann von der Leyen ihre Ansprache, und was folgte, war ein Aufruf an die Europäer, für „unsere Zukunft zu kämpfen“.

Mit ihrer Rede “zur Lage der Union” versuchte die Kommissionspräsidentin alle demokratischen Kräfte links und rechts von der Mitte zu überzeugen. Dennoch sparten die Fraktionsvorsitzenden der Plattform-Parteien der Mitte nicht mit Kritik: von Mitte-Rechts an zu wenig Rückhalt für Israel und zu raschen, unrealistischen Klimazielen auf Kosten der Industrie, von der linken Mitte am US-Handelsvertrag und zu schwachen Maßnahmen gegen Israel wegen der Menschenrechtsverletzungen in Gaza. Auffällig war allerdings ansonsten die Abwesenheit entwicklungspolitischer Themen in von der Leyens Rede. 

Es bleibt zu hoffen, dass von der Leyens europäisches Aufbruchssignal zu mehr Einigkeit und Fortschritt nicht rasch verhallt angesichts widerstreitender Interessen in Parlament und Europäischem Rat.

Einen ausführlichen Bericht des Europa-Büros der Hanns-Seidel-Stiftung in Brüssel zur jährlichen Ansprache zur "Lage der Union” lesen hier.

Kontakt

Programm Managerin: Angela Ostlender
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Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Timon Ostermeier
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