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EU-Standort Luxemburg
Europas „Nummer Drei“

Autorin/Autor: Dr. Thomas Leeb
, Timon Ostermeier

Oft vergessen, aber ein wichtiger Ort der europäischen Finanz- und Justizwelt: Das kleine Großherzogtum wahrt nicht nur die europapolitische Balance zwischen Frankreich und Deutschland.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat seinen Sitz auf dem Kirchberg in Luxemburg.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat seinen Sitz auf dem Kirchberg in Luxemburg.

Court of Justice of the European Union

Robert Schuman gilt gemeinhin als der Übervater der Europäischen Union, wie wir sie heute kennen. Als französischer Außenminister entwarf er in einer Rede eine Idee der europäischen Integration, die als „Schuman-Plan“ in die Geschichte einging. Schuman personifiziert nicht nur wegen seiner zukunftsweisenden Rede die europäische Einigungsgeschichte. Sie drückt sich auch in seiner Biografie aus. Geboren in Luxemburg, lernte der junge Schuman im Elternhaus nicht Französisch, sondern „Luxemburgisch“, jene eigenwillige Sprache, die erst in den vergangenen Jahren kodifiziert wurde und manch einen an Mitteldeutsch mit französischen Elementen erinnert.

Mit seiner Geschichte und Lage als Grenzregion zwischen Frankreich und Deutschland hat das Großherzogtum Luxemburg enge kulturelle Verflechtungen mit beiden Nachbarn. Und auch wirtschaftlich: noch heute fahren viele Luxemburger und Diplomaten zum Einkaufen in das nahe gelegene Trier über die Grenze. 

Seit Kriegsende hat sich das Großherzogtum zu einem wichtigen Finanzplatz in Europa entwickelt – auch dank eines „steueroptimierten“ Wirtschaftsmodels. Zudem sind über 10.000 EU-Beamte sind im beschaulichen Großherzogtum tätig. Aber warum ausgerechnet in Luxemburg? 

Wie die Luxemburger das Rad Geschichte ergriffen haben, welche Rolle der Weltraum für die luxemburgische Wirtschaft spielt und warum das Land ähnliche innenpolitische Debatten hat wie Deutschland, lesen Sie hier in unserem Bericht auf der Webseite der Hanns-Seidel-Stiftung.

Auf Einladung des Europa-Büros der Hanns-Seidel-Stiftung fand vom 12. bis 14. November 2025 ein Dialogprogramm in Luxemburg für jüngere Führungskräfte aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft Bayerns statt. Unter dem Programmtitel „Luxemburg: EU-Standort und Finanzplatz“ traf die siebenköpfige Delegation Entscheidungsträger der großen europäischen Finanz- und Rechtsinstitutionen wie Gerichtshof, Investitionsbank und Stabilitätsmechanismus sowie der luxemburgischen Politik zu Informationsgesprächen und intensivem Meinungsaustausch. Ziel: der politische Austausch, die fachliche Vertiefung und persönliche Vernetzung im Herzen Europas.

Mit dem Vizepräsidenten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) Thomas von Danwitz (zweiter vorne links).

Timon Ostermeier/HSS

Kontakt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Timon Ostermeier
Europäischer Dialog
Wissenschaftlicher Mitarbeiter