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Europas Kapital für Europas Zukunft
Perspektiven für einen starken Investitionsstandort Europa

Autorin/Autor: Angela Ostlender

Europa mangelt es nicht an Kapital – sondern an der Fähigkeit, es produktiv einzusetzen. Rund zehn Billionen Euro halten private Haushalte in Europa an Ersparnissen.

Gleichzeitig wächst der Investitionsbedarf: Infrastruktur muss modernisiert, Digitalisierung und Energiewende finanziert und Europas technologische Souveränität gestärkt werden. Dennoch fließt ein erheblicher Teil des europäischen Kapitals weiterhin in außereuropäische Märkte, insbesondere in die USA.

Warum gelingt es Europa nicht, seine eigenen Ersparnisse stärker für die eigene wirtschaftliche Zukunft zu mobilisieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Diskussion zwischen Markus Ferber, MdEP, Koordinator der EVP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft im Europäischen Parlament und Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung (2020–2026), und Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sandra Parthie, Leiterin der Brüsseler Vertretung des Instituts der deutschen Wirtschaft.

 

Europas Kapital endlich europäisch investieren

Die Diagnose der beiden Experten: Das Problem ist weniger ein Mangel an Geld als vielmehr die strukturellen Schwächen des europäischen Wirtschafts- und Finanzsystems. Diskutiert wurden unter anderem die Unterschiede zwischen der kapitalmarktbasierten Unternehmensfinanzierung in den USA und der weiterhin stark kreditbasierten Finanzierung in Europa, die Fragmentierung der europäischen Kapitalmärkte sowie Reformen der europäischen Spar- und Investitionsunion. Weitere Themen waren die private Altersvorsorge, Verbriefungen, die Finanzierung von Infrastruktur und Innovation sowie der Umgang mit ausländischen Investitionen in strategisch wichtigen Bereichen.

Die Diskussion macht deutlich, dass Europas Investitionsproblem weit über finanzielle Fragen hinausgeht. Es ist eine Frage politischer Entschlossenheit. Solange Kapitalmärkte fragmentiert bleiben, Regulierung nationale Grenzen reproduziert und wirtschaftspolitische Reformen nur zögerlich vorankommen, wird europäisches Kapital weiterhin dorthin fließen, wo bessere Renditen und größere Märkte locken.

Europa verfügt über das notwendige Kapital, die industrielle Basis und das Know-how, um seine wirtschaftliche Zukunft selbst zu finanzieren. Was bislang fehlt, sind die institutionellen Voraussetzungen, dieses Potenzial konsequent zu nutzen. Eine echte Spar- und Investitionsunion wäre deshalb weit mehr als ein finanzpolitisches Projekt – sie könnte zum entscheidenden Baustein einer wettbewerbsfähigeren, innovativeren und strategisch souveränen Europäischen Union werden.

 

Die gesamte Diskussion können Sie hier im Video verfolgen:

Europa verfügt über enorme finanzielle Ressourcen: Private Haushalte halten Schätzungen zufolge rund 10 Billionen Euro an Ersparnissen. Gleichzeitig steht die Europäische Union vor gewaltigen Investitionsaufgaben – von der grünen und digitalen Transformation über den Ausbau kritischer Infrastruktur bis zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und technologischen Souveränität. Zu diesem Thema sprechen: Markus FERBER, MdEP, Koordinator der EVP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft im Europäischen Parlament; Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. (2020-2026) Prof. Dr. Michael HÜTHER, Direktor und Mitglied des Präsidiums, Institut der deutschen Wirtschaft

Kontakt

Leiter: Christian Forstner
Belgien (Europa-Büro Brüssel)
Leiter
Programm Managerin: Angela Ostlender
European Dialogue
Europäischer Dialog
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