Deutsch-niederländischer Dialog in Den Haag
Europa im Umbruch – Chancen und Herausforderungen
Von der neuen Bundesregierung in Berlin erwarten die Niederlande vor allem eines: Stabilität und Verlässlichkeit.
HSS
Am 3. Juni 2025 zerbrach in den Niederlanden die Vier-Parteien-Regierungskoalition, nachdem Rechtspopulist Geert Wilders seine Minister im Streit um Asyl- und Migrationspolitik zurückgezogen hatte. Premierminister Dick Schoof trat zurück, bleibt aber bis zu den Neuwahlen im Herbst geschäftsführend im Amt. Experten erwarten, dass eine neue Regierungskoalition ohne Wilders Freiheitspartei (PVV) gebildet wird.
Am selben Tag veranstalteten das HSS Europa-Büro und die Deutsche Botschaft in Den Haag eine Podiumsdiskussion zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und den Erwartungen an die neue deutsche Bundesregierung. Renommierte Experten und Politiker nahmen als Podiumssprecher teil, darunter Botschafter Dr. Nikolaus Meyer-Landrut, HSS-Vorsitzender und CSU-Wirtschaftsexperte Markus Ferber, MdEP, der niederländische Politikwissenschaftler Dr. René Cuperus sowie Aldo Lodder von der deutsch-niederländischen Handelskammer als Moderator.
Botschafter Dr. Nikolaus Meyer-Landrut, Aldo Lodder, Dr. René Cuperus und Markus Ferber, MdEP und Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung (v. l. n. r.)
HSS
Stimmungswechsel in Deutschland, Warnsignale aus den Niederlanden
Die politischen Entwicklungen in Deutschland werden in den Niederlanden aufmerksam beobachtet. Deutschland gilt als einer der engsten Partner der Niederlande – sowohl bilateral als auch innerhalb der Europäischen Union. Von der neuen Bundesregierung in Berlin erwartet man vor allem eines: Stabilität und Verlässlichkeit.
So kritisierte René Cuperus, niederländischer Politologe, die politische Instabilität in seinem Land scharf. Besonders vor dem NATO-Gipfel sei das Scheitern der letzten Regierung „beschämend“. Im Gegensatz dazu nimmt er in Deutschland einen spürbaren „Stimmungswechsel“ wahr und sieht in Friedrich Merz einen neuen Hoffnungsträger. Das niederländische Beispiel sei ein Warnsignal für andere EU-Staaten: Populistische Experimente könnten die politische Stabilität ernsthaft gefährden.
Der Europaabgeordnete Markus Ferber sieht im zügigen Abschluss des Koalitionsvertrags ein „deutliches Signal“, dass Deutschland die globalen Herausforderungen ernst nimmt. Auf europäischer Ebene forderte er eine „Koalition der Willigen“, um die Integration in ausgewählten Politikfeldern zu vertiefen.
Welche Warnsignale gehört werden müssen, damit Europa im 21. Jahrhundert Anschluss hält, wettbewerbsfähig bleibt und bürgernah ist, lesen Sie in unserem ausführlichen Veranstaltungsbericht hier.
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